Das Entlüften der Heizung in einer Mietwohnung bezeichnet das Entfernen von Lufteinschlüssen aus den Heizkörpern, um die Wärmeabgabe zu optimieren. In der Regel können Mieter diese einfache Tätigkeit selbst durchführen, sofern keine technischen Defekte an der Anlage vorliegen.
Das Entlüften von Heizkörpern kann laut adac.de bis zu 15 Prozent der Energiekosten senken. Während das bloße Entlüften oft zur Obhutspflicht des Mieters gehört, fallen Eingriffe in die zentrale Anlagentechnik, wie das Nachfüllen von Wasser oder Druckanpassungen, in den Verantwortungsbereich des Vermieters. Die unverzügliche Anzeige von Mängeln gemäß § 536c Abs. 1 BGB ist für Mieter verpflichtend.
Ist der Mieter verpflichtet, die Heizung zu entlüften?
Die Verpflichtung zur Entlüftung obliegt in vielen Fällen dem Mieter, sofern dies im Mietvertrag oder der Hausordnung wirksam vereinbart wurde. Es handelt sich dabei um eine Maßnahme im Rahmen der allgemeinen Obhutspflicht für die Mietsache.
Gemäß § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB ist der Vermieter grundsätzlich dazu verpflichtet, die Wohnung während der gesamten Mietzeit in einem Zustand zu erhalten, der einen vertragsgemäßen Gebrauch ermöglicht. Das Entlüften eines einzelnen Heizkörpers wird jedoch oft als einfache Tätigkeit gewertet, die Mieter selbst vornehmen können. Dies gilt insbesondere dann, wenn lediglich gluckernde Geräusche auftreten oder die Wärme nicht gleichmäßig verteilt wird.
Eine rechtliche Grenze besteht dort, wo die Instandhaltung der gesamten Heizungsanlage betroffen ist. Laut juraforum.de darf dem Mieter in Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht pauschal die Instandhaltung der gesamten Anlage übertragen werden. Während das Entlüften zulässig ist, gehören Reparaturen an der Umwälzpumpe oder dem Austausch von Ventilen zwingend in den Pflichtenkreis des Vermieters.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Die Inhalte spiegeln den Stand von September 2026 wider.
Wie entlüftet man die Heizung in einer Mietwohnung richtig?
Um eine Heizung in der Mietwohnung korrekt zu entlüften, benötigt der Mieter einen passenden Entlüftungsschlüssel und ein Auffanggefäß. Der Vorgang stellt sicher, dass die Wärmeübertragung durch das Heizwasser nicht durch Luftpolster behindert wird.
Der technische Ablauf erfolgt in folgenden Schritten:
- Vorbereitung der Anlage: Wer Zugriff auf die Umwälzpumpe hat, schaltet diese aus und wartet eine halbe bis eine Stunde. Wärmepumpen dürfen laut adac.de nicht abrupt ausgeschaltet werden, um den Kompressor nicht zu beschädigen.
- Heizkörper vorbereiten: Die Thermostate aller betroffenen Heizkörper werden auf die höchste Stufe gedreht. Die Heizkörper sollten zunächst warm werden.
- Entlüftungsvorgang: Das Ventil wird mit dem Schlüssel langsam gegen den Uhrzeigersinn geöffnet. Eine halbe Drehung ist meist ausreichend. Das Ventil darf nicht vollständig herausgedreht werden.
- Abschluss: Sobald Wasser heraustropft, wird das Ventil zügig wieder geschlossen.
Die Durchführung sollte idealerweise zu Beginn der Heizperiode zwischen Oktober und April erfolgen. In modernen, gut gewarteten Systemen ist dieser Vorgang oft nur alle zwei bis drei Jahre notwendig. Bei Gemeinschaftsheizungen ist laut kurzzeitwohnen.com eine vorherige Absprache mit dem Eigentümer ratsam.
Die Reihenfolge der Entlüftung ist entscheidend für die Effizienz. In einer Wohnung mit nur einer Etage beginnt man beim Heizkörper, der am weitesten von der Pumpe entfernt ist. In mehrstöckigen Gebäuden wird die Entlüftung im Erdgeschoss gestartet und arbeitet sich dann schrittweise zu den höher gelegenen Etagen vor. Dies verhindert, dass Luftblasen durch den Prozess in bereits entlüftete Bereiche zurückgedrückt werden.
Warum wird mein Heizkörper nur zur Hälfte warm, obwohl ich entlüftet habe?
Ein Heizkörper, der trotz Entlüftung nur teilweise warm wird, kann auf einen zu geringen Anlagendruck hindeuten. In diesem Fall reicht das einfache Entfernen von Luft nicht aus, um die Zirkulation zu gewährleisten.
Ein häufiges Problem ist ein defektes oder leeres Ausdehnungsgefäß, welches den Systemdruck stabilisieren soll. Wenn nicht genügend Druck im System vorhanden ist, kann die Luft in den oberen Bereichen des Heizkörpers nicht effektiv herausgedrückt werden. Zudem kann ein defektes Thermostatventil dazu führen, dass das warme Wasser nicht mehr ausreichend in den Heizkörper einfließt. Sollte der Druckverlust auf ein Leck hindeuten, kann eine professionelle Leckageortung helfen.
Bei sehr großen Heizkörpern kann zudem ein natürlicher Effekt auftreten: Das warme Wasser tritt oben ein und zirkuliert durch die Kanäle, wodurch das Wasser am unteren Ende des Heizkörpers bereits abgekühlt und somit nur noch lauwarm ist. Dies ist ein physikalischer Vorgang und kein Defekt.
| Symptom | Mögliche Ursache | Verantwortung/Maßnahme |
|---|---|---|
| Gluckern / oben kalt | Symptome für Lufteinschlüsse sind Gluckern in den Rohren oder ein Heizkörper, der trotz aufgedrehtem Regler nicht richtig warm wird. | Mieter (Entlüften) |
| Heizkörper bleibt kalt | Defektes Thermostatventil | Vermieter (Instandsetzung) |
| Kein Druck im System | Defektes Ausdehnungsgefäß | Vermieter / Fachbetrieb |
Wer zahlt die Kosten für das Entlüften oder bei Folgeschäden?
Die Kosten für das einfache Entlüften trägt in der Regel der Mieter, da es sich um eine geringfügige Tätigkeit zur Obhutspflicht handelt. Fachmännische Eingriffe in die Gebäudetechnik werden hingegen vom Vermieter finanziert.
Gemäß § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB muss der Vermieter die Wohnung in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand erhalten. Fällige Reparaturen an der Heizungsanlage trägt daher grundsätzlich der Vermieter auf eigene Kosten. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn der Mieter die Schuld am Schaden trägt.
Ein konkretes Beispiel für eine Haftung des Mieters ist die Beschädigung eines Ventils während des Entlüftungsvorgangs. In einem solchen Fall kann der Mieter gemäß § 280 Abs. 1 BGB für den entstandenen Schaden haften. Sobald Wasser unkontrolliert austritt oder der Anlagendruck absinkt, muss die Hausverwaltung informiert werden. Das Nachfüllen von Wasser bei Zentralheizungen sollte ebenfalls über den Vermieter oder die Hausverwaltung erfolgen.
Was passiert, wenn man die Heizung nicht entlüftet?
Durch das Abschalten der Umwälzpumpe können bis zu 15 Prozent Energiekosten gespart werden. Wenn Luft in den Heizkörpern ist, werden diese nur teilweise warm.
Neben den finanziellen Aspekten können gesundheitliche und bauliche Risiken entstehen. Wenn die Raumtemperatur aufgrund einer schlecht funktionierenden Heizung längere Zeit unter dem Taupunkt von circa 15 °C sinkt, steigt das Risiko für Schimmelbildung. Um dies zu vermeiden, sollte die optimale Raumtemperatur bei etwa 22 °C liegen, in Schlafzimmern bei 17 bis 18 °C und in Badezimmern zwischen 22 und 24 °C. Bei Verdacht auf Feuchtigkeitsschäden durch falsches Heizverhalten empfiehlt sich ein Schimmelgutachten.
Zudem kann eine unzureichende Beheizung die Luftfeuchtigkeit beeinflussen. Im Winter sollte die Luftfeuchtigkeit nicht mehr als 55 Prozent betragen, um Schimmel vorzubeugen. Dies erfordert auch bei kalten Temperaturen ein regelmäßiges Stoßlüften, bei dem Fenster und Türen für fünf bis zehn Minuten vollständig geöffnet werden. Zur genauen Bestimmung der Belastung durch Feuchtigkeit ist eine Feuchtigkeitsmessung an der Wand sinnvoll.
Meine EinschätzungDie gängige Annahme lautet, dass Mieter für alle Probleme mit den Heizkörpern selbst verantwortlich seien. In der Praxis zeigt sich jedoch eine strikte Trennung zwischen der einfachen Wartung und der technischen Instandhaltung. Während das Entlüften als Teil der Obhutspflicht dem Mieter zugewiesen werden kann, bleiben Eingriffe in die zentrale Anlage, wie etwa das Einstellen des Anlagendrucks oder Reparaturen an der Umwälzpumpe, gemäß § 535 BGB die Pflicht des Vermieters. Mieter sollten bei unkontrolliertem Wasseraustritt, einem festsitzenden Ventil oder sinkendem Heizungsdruck den Vermieter unverzüglich informieren.
- Energiekosten können durch korrektes Entlüften um bis zu 15 Prozent gesenkt werden.
- Mängel an der Heizung müssen gemäß § 536c Abs. 1 BGB unverzüglich angezeigt werden.
- Die Luftfeuchtigkeit im Winter sollte maximal 55 Prozent betragen, um Schimmel zu vermeiden.
- Die Raumtemperatur darf nicht dauerhaft unter den Taupunkt von ca. 15 °C fallen.
- In modernen Systemen ist ein Entlüftungsintervall von 2 bis 3 Jahren oft ausreichend.
Häufige Fragen zum Heizungsentlüften in der Mietwohnung
In welcher Reihenfolge entlüfte ich die Heizung?
In einer Wohnung mit nur einer Etage beginnt man beim Heizkörper, der am weitesten von der Pumpe entfernt ist. In Gebäuden mit mehreren Etagen startet man im untersten Stockwerk und arbeitet sich dann schrittweise zu den höher gelegenen Heizkörpern vor.
Warum muss man das Thermostat beim Entlüften aufdrehen?
Das Thermostat wird vollständig aufgedreht, damit der Heizkörper zunächst warm wird.
Sollte man die Heizung warm oder kalt entlüften?
Die Heizung wird warm entlüftet. Zunächst muss das Thermostat des betreffenden Heizkörpers vollständig geöffnet werden und der Heizkörper muss warm werden, bevor das Entlüftungsventil mit dem Schlüssel geöffnet wird.
Quellen und weiterführende Literatur
Die Zahlen, Fristen und Rechtsangaben in diesem Beitrag stützen sich auf die folgenden Quellen (abgerufen im September 2026).
- So entlüftet man Heizkörper richtig und spart Geld · adac.de · u. a.: „Bis zu 15 Prozent Energiekosten sparen“
- Heizung entlüften: Mieter oder Vermieter? · juraforum.de · u. a.: „Nach § 535 Abs. 1 Satz 2 Bürgerliches Gesetzbuch ( BGB ) muss der Vermieter die Wohnung während der Mietzeit in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch …“
- Heizen, lüften & Fair-Use-Prinzip – die besten Spartipps · kurzzeitwohnen.com · u. a.: „Die optimale Raumtemperatur liegt bei 22°C (Schlafzimmer: 17-18°C, Badezimmer 22-24°C).“
- : Heizung entlüften: Anleitung & häufige Fehler · schaeffer-haustechnik.de · u. a.: „Drehen Sie das Thermostat des betreffenden Heizkörpers vollständig auf und lassen Sie den Heizkörper zunächst warm werden.“
- Das TRABI Diskussionsforum » Trabiklatsch » Heizung … · trabantforum.de · u. a.: „Es ist also nicht genügend Druck im System um die Luft bei dir oben noch herauszudrücken.“
- Heizen, Warmwasser & Co.: Die Plage der zweiten Miete · wiwo.de · u. a.: „In der Mietwohnung tobt sich der Schimmel aus, die Wasserhähne lecken und die Stromleitungen sind malade. Fällige Reparaturen muss der Vermieter auf eigene …“



