Die MPU kostet mehr als die reine Untersuchungsgebühr – wer nur den Preis der Begutachtungsstelle einplant, erlebt eine teure Überraschung. Denn je nach Fall kommen Abstinenznachweise, Vorbereitung und Behördengebühren dazu. Hier ist die ehrliche Gesamtrechnung – und die Antwort auf die Frage, an welcher Stelle Sparen klug ist und wo es teuer wird.
Die Untersuchung selbst: 350 bis 800 Euro
Seit 2021 gibt es keine bundesweit festgelegten Gebühren mehr – die Begutachtungsstellen kalkulieren ihre Preise selbst. In der Praxis hängt der Preis von der Fragestellung ab: Eine reine Punkte-MPU ist günstiger als eine Alkohol- oder Drogenfragestellung, kombinierte Fragestellungen sind am teuersten. Ein Preisvergleich zwischen den Trägern in Ihrer Region lohnt sich – die inhaltlichen Maßstäbe sind überall identisch.
Die Gesamtrechnung im Überblick
| Kostenblock | Typische Spanne | Wann fällig |
|---|---|---|
| MPU-Untersuchung | ca. 350–800 € | immer |
| Abstinenznachweis Urin (6 Kontrollen / 12 Monate) | ca. 600–1.000 € | meist bei Alkohol/Drogen |
| Haaranalyse (je Untersuchung) | ca. 150–300 € | Alternative/Ergänzung zum Urinprogramm |
| Verkehrspsychologische Beratung (je Sitzung) | ca. 80–150 € | empfohlen |
| Vorbereitungskurs (Gruppe) | ca. 300–800 € | optional |
| Neuerteilung Führerschein (Behörde) | ca. 40–200 € | nach positivem Gutachten |
Realistisch sollten Sie bei einer Alkohol- oder Drogenfragestellung mit Abstinenzprogramm und solider Vorbereitung insgesamt mit etwa 1.500 bis 3.000 Euro rechnen. Eine reine Punkte-MPU ohne Abstinenznachweise kommt deutlich günstiger weg – oft unter 1.000 Euro inklusive Vorbereitung.
Wer zahlt – und gibt es Zuschüsse?
Die Kosten tragen Sie selbst; Krankenkassen übernehmen weder Untersuchung noch Vorbereitung. Viele Begutachtungsstellen und Beratungsstellen bieten aber Ratenzahlung an – nachfragen kostet nichts. Steuerlich können die Kosten im Einzelfall relevant sein, wenn der Führerschein beruflich zwingend erforderlich ist; das klären Sie am besten mit einer Steuerberatung.
Wo Sparen teuer wird
Der größte Kostenfaktor der MPU ist das Durchfallen: Jede Wiederholung bedeutet die volle Untersuchungsgebühr erneut – plus Wartezeit ohne Führerschein. Deshalb ist gute Vorbereitung keine Zusatzausgabe, sondern die beste Kostenbremse. Vorsicht dagegen bei Anbietern mit „Bestehens-Garantie“ oder Komplettpaketen am Telefon: Solche Versprechen kann seriös niemand geben, denn das Ergebnis hängt von Ihrer tatsächlichen Veränderung ab. Woran Sie seriöse Unterstützung erkennen, lesen Sie im Ratgeber MPU-Vorbereitung; die Grundlagen erklärt unser Überblick Was ist die MPU?
Häufige Fragen zu den MPU-Kosten
Warum sind die Preise je nach Stelle unterschiedlich?
Seit Aufhebung der Gebührenordnung 2021 kalkuliert jede Begutachtungsstelle selbst. Die Untersuchung folgt trotzdem überall denselben Beurteilungskriterien – ein günstigerer Anbieter ist also nicht „schlechter“ oder „strenger“.
Muss ich die Abstinenznachweise wirklich so lange führen?
Ja – und vor allem lückenlos. Je nach Vorgeschichte werden 6 oder 12 Monate erwartet, rückwirkend lässt sich nichts nachholen. Wer zu spät startet, verschiebt die MPU um Monate. Früh beginnen ist der wirksamste Spartipp überhaupt.
Was kostet ein negatives Gutachten „extra“?
Die volle Untersuchungsgebühr für den nächsten Versuch, gegebenenfalls weitere Nachweismonate – und die Zeit ohne Fahrerlaubnis. Ein negatives Gutachten müssen Sie der Behörde zwar nicht vorlegen, der nächste Anlauf kostet aber erneut Geld und Geduld.
Sind Online-Vorbereitungskurse seriös?
Es gibt seriöse Online-Angebote – entscheidend sind qualifizierte Verkehrspsychologinnen und -psychologen, transparente Preise und keine Erfolgsgarantien. Ein kostenloses Erstgespräch ist ein gutes Zeichen; Druck am Telefon und Pauschalversprechen sind Warnsignale.
